2. Dezember 2017

Poetry Slam: "45 Schubladen- Jede einzelne Besonders"

Der Poetry Slam ist in Zusammenarbeit mit Eve entstanden. Sie hat, sowie ich auch, zum Thema Schubladendenken und zu sich selbst stehen einen Text geschrieben. Schaut unbedingt bei ihr vorbei, klick hier.


Seit letztem Jahr steht bei uns ein alter Schrank mit 45 Schubladen im Flur, einst in einer Druckerei gestanden, gefüllt mit einzelnen, verschiedenen Farbpulvern, fein säuberlich sortiert. In jeder einzelnen Lade ist genau ein Pulver ohne dass ein anderes in die eine Lade kommt, denn man kann ja nichts vermischen, so wie wir auch Menschen in Schubladen stecken. Ich mag das Schränkchen irgendwie, keine Schublade ist wie die andere, doch auf eine Art und Weise sind alle doch gleich und so ist es doch auch mit den Menschen. Wir stecken, uns völlig unbekannte Menschen in eine Schublade ohne ihre Geschichte zu kennen, aber wer hat mit diesem Schubladendenken überhaupt angefangen? Ohne es zu wollen, stecke ich Personen, die ich nur oberflächlich kenne, in Schubladen, am Ende stelle ich meist fest, dass ihre Persönlichkeit eine ganz eigene Geschichte ziert, als ich anfangs dachte. Sind wir nicht die Summe unserer Taten oder viel mehr als das?


Wer bestimmt, dass ich doof bin? Introvertiert? Hässlich? Uncool? Ambivertiert? Pedantisch? Oder dass ich eventuell ein potenter Gegner für dich bin?
Wieso kann ich nicht einfach Ich sein, ganz ohne Schubladen?
Wer bestimmt, dass jemand Außenseiter, Nerd, Streber oder Opfer ist?
Wir sind alle Menschen und bestehen aus rund 100 Billionen einzelnen Zellen, also hat jeder zum Beginn seines Lebens die eben gleiche Voraussetzung wie alle anderen, trotzdem werden wir in diverse Schubladen gesteckt ohne dass jemand fragt, ob wir uns damit identifizieren können! Ich habe herausgefunden, dass insbesondere intellektuelle Zeitgenossen das Schubladendenken bevorzugen, denn wer sich für etwas Besseres hält, möchte die Welt differenziert betrachten. Man kann aber keine Menschen verurteilen, die das typische Schubladendenken fabrizieren, denn erstens sind wir hier wieder bei den ewigen Vorurteilen und zweitens sichert dieses Denken unsere Existenz, bedeutet wenn von heute auf morgen alle damit aufhören würden, wäre unser gesamtes Bild, der Welt, dass sich die Menschen über Tausenden von Jahren angeeignet haben, zerstört. Kannst Du dich noch an das Zitat erinnern: „Boateng als Fußballspieler ist klasse, aber als Nachbar wollen wir ihn nicht haben“, und wo führen solche Sprüche von Parteien hin? Eben wieder zu den Vorurteilen. Niemand will also einen Schwarzen als Nachbarn haben und dass nur weil uns die Flexibilität fehlt und die wenigstens flexibel und tolerant reagieren. Ebenso erkennen konnte ich, dass es zwei Ebenen vom Schubladendenken gibt. Die erste Ebene ist der Mechanismus, dieser ist uns vorbestimmt, ganz egal welchen sozialen Rang wir zugehörig sind. Dieser Mechanismus hängt stets vom Alter und der Plastizität des Gehirns ab. Die zweite Ebene sind Inhalte, die unser Gehirn in bestimmte Kategorien aufteilt, diese werden ganz individuell und altersbedingt erlernt, dies bestimmt unser Leben stetig. Aus diesem Prinzip kann man erkennen, dass jemand in eine Kategorie gehört, obwohl dieser viel mehr Ähnlichkeit mit einer anderen Kategorie hat, sodass man immer wieder dazulernt, bedeutet wir -  werden immer ganz simpel Menschen in Schubladen stecken, das steckt einfach in uns, wir müssen nur lernen über diese Zuordnungen hinauszusehen, denn wir Menschen sind viel mehr als nur eine Schublade, wir sind wie das 45 Schubladen Schränkchen bei uns im Flur.




Wir urteilen zu schnell über Menschen, so wie du vielleicht auch. Vielleicht sogar über mich? Ich versuche mich jetzt mal von außen zu betrachten, oh das klingt schizophren, aber das bin ich definitiv nicht. Man könnte meinen, dass ich meine Mitmenschen nicht mag, das stimmt nicht.  Ich verbringe eben nur meine Zeit mit Menschen die ich mag, interessant finde oder kennenlernen möchte und wenn das so ist, dann bin ich immer für diese Menschen da, immer. Ich halte nur nicht so viel von oberflächlichen Gerede dafür ist unsere endliche Lebenszeit zu kostbar. Ich bin auch nicht permanent schlecht gelaunt, aber manchmal übermannen mich meine Schmerzen so sehr, dass ich nur noch traurig bin und mich meinen Gefühlen einfach gerne hingeben. Ich besitze auch Empathie, diese setze ich nur nicht bei jedem ein, denn das würde mich nur mehr runterziehen. Auch wenn ich lange Zeit behauptet habe, dass ich kein Mitgefühl besitze, weil ich es nicht wollte, hätte mich nur runtergezogen, wusste ich immer, dass ich es besitze. 



26. November 2017

Rezension "Die Frau im hellblauen Kleid"

Titel: Die Frau im hellblauen Kleid
Originaltitel: Die Frau im hellblauen Kleid
Autor/in: Beate Maxian
Übersetzer/in: -
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 448
Genre: Historik
Preis: D 10,99€/ A 11,30€


Rezensionsexemplar
Klappentext:
Ein bewegtes Jahrhundert.
Zwei schillernde Familien.
Eine Liebe, die nicht sein darf.

Wien. Marianne Altmann, einst ein gefeierter Filmstar, ist schockiert, als sie von Plänen ihrer Tochter Vera erfährt. Diese möchte einen Film über ihre Familie drehen. Marianne fürchtet, dass nun auch die Abgründe der Altmanns ans Tageslicht kommen könnten, und mit ihnen ein lange zurückliegendes Vergehen. Es reicht bis ins Jahr 1927, als ihre Mutter Käthe in einem geliehenen Kleid am Theater vorsprach. Der Beginn einer beispiellosen Karriere- und einer verhängnisvollen Bekanntschaft mit Hans Bleck, der zum mächtigsten Produzenten der UFA aufsteigen sollte...

24. November 2017

Rezension "Glück ist eine Gleichung mit 7"

Titel: Glück ist eine Gleichung mit 7
Originaltitel: Counting by 7s
Autor/in: Holly Goldberg Sloan
Übersetzer/in:  Wieland Freund
Verlag: Hanser
Seitenanzahl: 
Genre: Jugendbuch
Preis: D 9,95€
Rezensionsexemplar
Klappentext:
Eine außergewöhnlich kluge Heldin lässt uns die Bedeutung von Familie und wahre Freundschaft spüren. 
Willow ist ein Energiebündel, denkt immer positiv und interessiert sich für alles alles: Sie studiert das Verhalten von Fledermäusen, züchtet Zitrusfrüchten im Garten und begeistert sich für die Schönheit der Zahl 7. Ihr größter Wunsch ist es, gleichaltrige Freunde zu finden. Dafür lernt sie sogar Vietnamesisch. Doch dann verunglücken ihre Adoptiveltern bei einem Autounfall. Es ist wie ein Wunder, wie Willow mit ihrer Art zu denken- ihrer Hochbegabung- und ihrem ungebrochenen Charme ihre Welt zusammenhält. Dabei verändert sie das Leben aller, die sie trifft, und jeder Einzelne entdeckt, welche Kräfte in ihm stecken.


Rezension "Der Weihnachtosaurus"

Titel: Der Weihnachtosaurus
Originaltitel: The Christmasaurus
Autor/in: Tom Fletcher
Übersetzer/in: Franziska Gehm
Verlag: cbt
Seitenanzahl: 384
Genre: Kinderbuch
Preis: D 14,99€/ 15,50€


Rezensionsexemplar
Klappentext:
"Lieber Weihnachtsmann, ich wünsche mir mir dieses Jahr zu Weihnachten eine Menge Sachen, die du mir wahrscheinlich nicht bringen kannst, aber ein Dinosaurier würde mich sehr glücklich machen!
Frohe Weihnachten, dein William Trudel"

Nie hätte William es für möglich gehalten, dass sein Wunsch wahr werden könnte. Aber so ist das mit Weihnachten und den Herzenswünschen: Die Magie entsteht, wenn man nur fest genug daran glaubt.


15. November 2017

Poetry Slam: Unzählige Gedanken

Denken,

so oft höre ich,

denk nach bevor du redest,

aber woher sollen die auch wissen,
dass ich fast nur denke.
Nachdenke, 
was passiert, wenn ich das tue 
oder das tue?
Doch wäre es nicht sinnvoller 
einfach mal seinem Herz zu folgen,
anstatt das der Kopf immer wieder
in den Vordergrund gerät und meine
Entscheidung stetig beeinflusst!? 



Wieso muss ich ausgerechnet in den Situationen
anfangen zu denken, an denen einfach leben 

und fühlen besser wären?

Mich einfach den Gefühlen hinzugeben
ohne ständig zu überlegen, 
was andere von mir denken.
Nicht in alle Sätze und Worte irgendwas
hineininterpretieren was nicht stimmt.
Sondern einfach mal fühlen und
mein Herz gewinnen lassen.
Wieso fällt mir das verdammt nochmal so schwer,
einfach zu fühlen ohne zu denken??
Wieso ist das so schwierig?
Wieso?



Denken,
so oft höre ich,

denk nach bevor du redest,

aber woher sollen die auch wissen,
dass ich fast nur denke.
Nachdenke, 
was passiert, wenn ich das tue 
oder das tue?
Doch wäre es nicht sinnvoller 
einfach mal seinem Herz zu folgen,
anstatt das der Kopf immer wieder
in den Vordergrund gerät und meine
Entscheidung stetig beeinflusst!?



Und ausgerechnet, wenn mein Herz

den ewigen Zweikampf zu gewinnen scheint,

ist es genau, der falsche Zeitpunkt.

Genau dann, hätte ich nachdenken müssen
über die Folgen.
Und was ist?
Natürlich habe ich es nicht gemacht.
Vielleicht sollte ich es mal mit einem oder besser
gesagt mit meinem Mantra probieren.
„Lieber Kopf kannst du nicht einfach
automatisch in den Standby Modus schalten,
wenn ich dich nicht brauche und du mir sonst
wieder alles zerstörst! Ja genau, du hast richtig gehört
du zerstörst mir so viele, tolle Momente, weil du nicht einmal,
nicht ein einzigstes Mal ruhig sein kannst, wenn es angebracht ist!
Immer wieder flüsterst du mir Ratschläge zu. Ich kann nicht
behaupten, dass du nur Müll von dir gibst, aber leider passiert das
immer öfter.“


Denken,
so oft höre ich,

denk nach bevor du redest,

aber woher sollen die auch wissen,
dass ich fast nur denke.
Nachdenke, 
was passiert, wenn ich das tue 
oder das tue?
Doch wäre es nicht sinnvoller 
einfach mal seinem Herz zu folgen,
anstatt, dass der Kopf immer wieder
in den Vordergrund gerät und meine
Entscheidung stetig beeinflusst!?



Jedes Jahr auf das neue steht auf meiner
Vorsatzliste: Das richtige tun und auf mein

Herz hören.

Um genau zu sein, ist dieser Vorsatz schon immer
während dem aufschreiben gescheitert.
Schade, doch sind Vorsätze nicht dazu da
um zu sehen was man eh nie oder fast nie
einhalten wird? Jedenfalls ist das bei mir so 
und vielleicht auch bei der Norm.
Woher soll Ich, ein kleines Mädchen,
schon wieder kam mir der doofe Kopf 
dazwischen. Ich bin nicht mehr klein auch
wenn ich das sehr oft bedaure.
Einfach mal aufhören zu denken
und nur fühlen,
den Moment leben und dabei auch noch genießen.
Fällt das  nur mir so schwer?



Alles Liebe Lea
P.S Der Slam ist schon etwas älter, ich wollte ihn aber trotzdem mit Dir teilen.